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Eignet sich mein Haus für Einblasdämmung?

Einblasdämmung braucht einen Hohlraum. Den haben in Sachsen weniger Außenwände als oft gedacht, dafür viele Decken und Dachschrägen. Mit dieser Prüfliste schätzen Sie Ihr Haus vor dem ersten Termin ein.

Stand 26.09.2026 · Redaktion Heimatprofi · verantwortlich: Serghei Nebesnii

Kurz beantwortet

Ein Haus eignet sich für Einblasdämmung, wenn es geschlossene, trockene Hohlräume hat. In Sachsen sind das vor allem Holzbalkendecken, die bis etwa 1940 bei Mehrfamilienhäusern und bis 1960 bei Einfamilienhäusern üblich waren, sowie Dachschrägen zwischen den Sparren. Zweischaliges Mauerwerk mit Luftschicht ist dagegen eine Bauweise, die vor allem in Norddeutschland verbreitet ist.

Welche Hohlräume kommen in Frage?

Holzbalkendecken, Dachschrägen, Holzfußböden auf Balken, zweischaliges Mauerwerk und Trennfugen zwischen Reihenhäusern.

Bauteile und ihre Eignung für Einblasdämmung
BauteilEignungWorauf es ankommt
Holzbalkendecke zum Dachbodenhäufig geeignetHohlraum über der alten Schüttung, Zugang von oben
Dachschräge zwischen den Sparrengeeignet, wenn beidseitig geschlossenLuftdichte Ebene innen, diffusionsoffene Unterdeckung außen
Holzbalkendecke über dem Kellermanchmal geeignetZugang von unten, Feuchte im Keller
Zweischaliges Mauerwerkgeeignet, in Sachsen seltenLuftschicht etwa 6 bis 8 cm, frei von Mörtelbrücken
Einschaliges Mauerwerk, Natursteinnicht geeignetKein Hohlraum; Außen- oder Innendämmung prüfen
Sichtfachwerk, Umgebindenur in SonderfällenDiffusionsoffene Innendämmung ist meist der bessere Weg

Stand 09/2026, nach co2online (Einblasdämmung), Wikipedia (Zweischaliges Mauerwerk, Holzbalkendecke) und Stiftung Umgebindehaus.

Kellerdecke mit weißen Dämmplatten
Symbolbild

Warum ist die Holzbalkendecke in Sachsen der typische Fall?

Weil der Altbauanteil hoch ist. In Sachsen stammen rund 51 Prozent der Wohngebäude aus der Zeit vor 1949, doppelt so viele wie im Bundesschnitt.

Häuser aus dieser Zeit haben meist Holzbalkendecken. Zwischen den Balken liegt ein Fehlboden oder Einschub, darauf oft eine Schüttung aus Sand, Schlacke oder Strohlehm. Über der Schüttung bleibt häufig ein Hohlraum bis zu den Dielen. Genau dort setzt die Einblasdämmung an.

Der Betrieb öffnet einzelne Dielen oder bohrt kleine Löcher, misst die Höhe des Hohlraums und bläst Zellulose, Holzfaser oder Mineralwolle ein. Der Dachboden bleibt danach begehbar. Ist die oberste Geschossdecke betroffen, erfüllen Sie damit oft zugleich die Dämmpflicht.

Wie erkenne ich zweischaliges Mauerwerk?

An der Wanddicke, einem Klopftest und alten Bauplänen. Sicher ist nur eine Prüfbohrung mit Endoskop durch den Fachbetrieb.

Zweischalige Außenwände waren zwischen 1870 und 1970 vor allem im Norden Deutschlands üblich. Die Luftschicht schützte die Innenwand vor Schlagregen. Typisch sind eine 11,5 cm dicke Außenschale, eine Luftschicht von 6 bis 8 cm und eine tragende Innenschale. Nach Wikipedia haben rund 30 Prozent der Altbauten Hohlräume in den Außenwänden, mit Schwerpunkt in Norddeutschland.

  • Die Außenwand ist deutlich dicker als ein Stein, und Fenster sitzen tief in der Laibung.
  • Die Außenseite ist Sichtmauerwerk aus Klinker, bei dem nur die Längsseiten der Steine zu sehen sind.
  • Baupläne oder die Bauakte zeigen eine Luftschicht.
  • Beim Abklopfen klingt die Außenschale hohl.

Sachsen und Lausitz

Im sächsischen Altbau sind einschalige Ziegel- und Natursteinwände, Fachwerk und nach 1960 Plattenbauten die Regel. Kerndämmung ist hier eher die Ausnahme. Prüfen lohnt trotzdem, besonders bei Häusern mit Sichtmauerwerk aus Klinker.

Was ist mit Fachwerk- und Umgebindehäusern?

Hier ist Vorsicht geboten. Die Stiftung Umgebindehaus rät bei Sichtfachwerk zu diffusionsoffener Innendämmung und lehnt Dampfsperren grundsätzlich ab.

In der Oberlausitz zwischen Bautzen, Görlitz und Zittau stehen über 6.000 Umgebindehäuser. Eine Außendämmung in normgerechter Dicke ist bei ihnen laut Stiftung nicht möglich, außen geht höchstens ein etwa 3 cm dicker Wärmedämmputz. Wo eine hinterlüftete Holzschalung vorhanden ist, kann darunter gedämmt werden. Einblasdämmung kommt am ehesten in Decken und Dachschrägen in Frage.

Viele dieser Häuser sind Kulturdenkmale. Dann gelten für die Förderung abgesenkte Anforderungen, und die Denkmalschutzbehörde muss zustimmen. Mehr unter Fassadendämmung.

Wann ist Einblasdämmung ungeeignet?

Bei feuchten Bauteilen, verfüllten oder zu schmalen Hohlräumen, fehlender luftdichter Ebene und wenn Schlagregen die Außenschale stark durchnässt.

  • Feuchte: Nasse Balken, Schimmel oder Holzschädlinge müssen vorher saniert werden.
  • Mörtelbrücken und Schutt: In alten Luftschichten liegt oft Mörtel, der die Füllung unterbricht.
  • Offene Hohlräume: Wenn der Dämmstoff in Nachbarbereiche rieselt, etwa in Traufe oder Keller, muss vorher abgeschottet werden.
  • Falscher Dämmstoff: Zellulose gehört nicht in zweischaliges Mauerwerk, weil sie Wasser zur Innenschale leiten kann.
  • Belüftete Konstruktionen: Flachdächer und manche Dächer brauchen eine Hinterlüftung, die nicht zugeblasen werden darf.

Wie läuft die Prüfung vor Ort ab?

  1. Unterlagen und Fotos

    Baujahr, Pläne, Fotos von Dachboden und Außenwand helfen dem Betrieb bei der Einschätzung.

  2. Prüfbohrung

    Mit einem etwa 20 cm langen Bohrer und einer Kamera prüft der Betrieb Breite, Füllung und Zustand des Hohlraums.

  3. Entscheidung

    Der Betrieb sagt Ihnen, ob und womit sich der Hohlraum dämmen lässt, und nennt den erreichbaren U-Wert.

Über unsere Anfrage können Sie Fotos hochladen. Wir vermitteln Ihnen bis zu drei Betriebe aus Ihrer Region, die eine solche Prüfung anbieten.

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Häufige Fragen

Kann man jedes Haus mit Einblasdämmung dämmen?

Nein. Nötig ist ein geschlossener, trockener Hohlraum. Bei einschaligem Mauerwerk fehlt er, dort kommt eine Fassaden- oder Innendämmung in Frage.

Wie breit muss der Hohlraum sein?

co2online nennt für zweischaliges Mauerwerk typische Luftschichten von 6 bis 10 cm. Schmalere Hohlräume lassen sich teilweise mit feinem Granulat füllen, das entscheidet der Betrieb nach der Prüfbohrung.

Lohnt sich Einblasdämmung bei einem Plattenbau?

Plattenbauten bestehen aus vorgefertigten Betonelementen und gehören meist Wohnungsunternehmen oder Eigentümergemeinschaften. Ob es Hohlräume zum Einblasen gibt, lässt sich nur im Einzelfall klären. Viele Bestände haben bereits eine Außendämmung erhalten.

Muss die alte Schüttung aus der Holzbalkendecke raus?

Nicht immer. Liegt über der Schüttung genug Luft, wird darüber eingeblasen. Ist der Hohlraum vollständig gefüllt, entscheidet der Betrieb, ob ein Teil entfernt oder eine andere Lösung gewählt wird.

Wir finden Ihre Dämmbetriebe

Ein Formular statt vieler Telefonate. Wir melden uns, klären offene Fragen und vermitteln Ihnen bis zu drei passende Betriebe aus Ihrer Region. Für Sie ohne zusätzliche Kosten. Oder rufen Sie an: 0351 27 59 38 50

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