Was bedeutet die Wärmeleitfähigkeit?
Der λ-Wert gibt an, wie gut ein Stoff Wärme leitet. Je kleiner er ist, desto dünner kann die Dämmung für denselben U-Wert sein.
Ein Dämmstoff mit λ 0,035 braucht für dieselbe Wirkung etwa ein Fünftel weniger Dicke als einer mit 0,045. Das zählt dort, wo der Platz begrenzt ist, etwa in einem niedrigen Keller oder in einem vorgegebenen Hohlraum. Bei der Einblasdämmung bestimmt der Hohlraum die Dicke. Dann entscheidet der λ-Wert allein über die Dämmwirkung.
Welche Dämmstoffe gibt es und wofür?
Für Decken und Dachschrägen eignen sich viele Stoffe. Für zweischaliges Mauerwerk nur wasserabweisende, für Fachwerk nur diffusionsoffene Lösungen.
| Dämmstoff | Gruppe | Einblasbar | Typische Bauteile | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Zellulose | natürlich (Altpapier) | ja | Holzbalkendecke, Dachschräge | Nicht in zweischaliges Mauerwerk |
| Holzfaser | natürlich | ja, als Flocken | Decke, Dach, Fassade als Platte | Guter sommerlicher Wärmeschutz |
| Hanf, Flachs | natürlich | teilweise | Dach, Innenwände | Meist als Matte |
| Glas- und Steinwolle | mineralisch | ja, als Granulat | Alle Bauteile, auch Kerndämmung | Nicht brennbar |
| Perlite | mineralisch | ja | Kerndämmung, Schüttung | Hydrophobiert für Mauerwerk |
| EPS-Granulat, Polystyrol | synthetisch | ja, als Granulat | Kerndämmung, WDVS als Platte | Wasserabweisend |
| PU-Schaum | synthetisch | als Gießschaum | Kerndämmung | Sehr niedriger λ-Wert |
| Calciumsilikat | mineralisch | nein | Innendämmung, Fachwerk | Diffusionsoffen |
Stand 09/2026, nach co2online (Einblasdämmung, ökologische Dämmstoffe), Wikipedia (Kerndämmung) und Stiftung Umgebindehaus.
Sind natürliche Dämmstoffe schlechter?
Nein. Sie dämmen etwa so gut wie konventionelle Stoffe, brauchen bei der Herstellung deutlich weniger Energie und schützen besser gegen Sommerhitze.
Unter den natürlichen Dämmstoffen haben Zellulose und Holzfaser laut co2online je rund 32 Prozent Marktanteil. Beide lassen sich einblasen. Viele können Feuchte aufnehmen und wieder abgeben, was in Holzkonstruktionen wie Dachschrägen und Holzbalkendecken hilfreich ist. Die Förderung ist für natürliche und konventionelle Dämmstoffe gleich.
Wichtig ist der Einsatzort: Wo Wasser von außen eindringen kann, wie in der Luftschicht zwischen zwei Mauerschalen, ist ein wasseraufnehmender Stoff falsch. Zellulose würde dort Wasser von der Außen- zur Innenschale leiten.
Welche Werte verlangt die Förderung?
Bei Kerndämmung von zweischaligem Mauerwerk höchstens λ 0,035 W/(m·K). Sonst zählt der U-Wert des fertigen Bauteils.
| Fall | BAFA-Förderung | Gesetz (GModG) |
|---|---|---|
| Kerndämmung zweischaliges Mauerwerk | λ höchstens 0,035 W/(m·K) | Hohlraum vollständig füllen, λ 0,035 bzw. 0,045 |
| Oberste Geschossdecke | U höchstens 0,14 W/(m²·K) | U höchstens 0,24; bei Einblasdämmung in Deckenzwischenräume λ bis 0,045 |
| Außenwand | U höchstens 0,20 W/(m²·K) | U höchstens 0,24 bei Erneuerung |
| Kellerdecke | U höchstens 0,25 W/(m²·K) | U höchstens 0,30 bei Erneuerung |
| Innendämmung Sichtfachwerk | U höchstens 0,65 W/(m²·K) | Ausnahmen für Denkmale möglich |
Quellen: BEG-EM-Richtlinie vom 17.07.2026, Anlage 7 GModG, GModG-Infoportal.
Wie dick muss die Dämmung für Gesetz und Förderung sein?
Das hängt vom Dämmstoff ab. co2online rechnet für eine Zwischensparrendämmung mit Kork etwa 14 cm für den gesetzlichen Wert und 21,5 cm für den Förderwert von 0,14.
Das Beispiel zeigt, wie groß der Unterschied zwischen Pflicht und Förderung ist: Für U 0,14 braucht es rund die Hälfte mehr Dämmstoff als für U 0,24. Bei einer Dachschräge begrenzt die Sparrenhöhe die Dicke, dann kommt oft eine zusätzliche Lage unter den Sparren hinzu. Bei der obersten Geschossdecke ist der Platz meist kein Problem, dort lässt sich die Förderdicke leichter erreichen. Der Betrieb oder der Energieeffizienz-Experte rechnet die nötige Dicke für Ihren Aufbau aus.
Welcher Dämmstoff eignet sich für Fachwerk und Umgebinde?
Diffusionsoffene, kapillaraktive Stoffe. Die Stiftung Umgebindehaus empfiehlt für Ziegel- und Natursteinwände Calciumsilikatplatten und lehnt Dampfsperren ab.
Fachwerk muss Feuchte abgeben können. Eine dichte Folie auf der Innenseite hält Feuchte im Holz fest und kann die Konstruktion schädigen. Für Umgebindehäuser in der Oberlausitz sind deshalb Lehm, Holzfaser und Calciumsilikat die üblichen Materialien. Mehr zur Eignung im Ratgeber Eignet sich mein Haus für Einblasdämmung?.
Wie wähle ich den richtigen Dämmstoff?
- Bauteil und Feuchtesituation klären: Hohlraum, Außenwand, Innenseite, Keller.
- Platz prüfen: Wie dick darf die Dämmung werden?
- Zielwert festlegen: gesetzliche Pflicht oder Förderwert.
- Brandschutz beachten, etwa an Fluchtwegen oder im Heizungskeller.
- Den Betrieb nach Zulassung und Einbauerfahrung mit dem gewählten Stoff fragen.
Die Kosten der Stoffe im Überblick stehen unter Kosten. Wenn Sie unsicher sind, welcher Stoff zu Ihrem Haus passt, geben Sie das in der Anfrage an. Die Betriebe, die wir Ihnen nennen, beraten Sie bei der Besichtigung.
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Häufige Fragen
Welcher Dämmstoff ist am günstigsten?
Für Einblasdämmung gehört Zellulose mit rund 20 € pro m² Materialkosten zu den günstigen Stoffen. Der Endpreis hängt aber stärker von Arbeitszeit und Zugänglichkeit ab als vom Material.
Ist Mineralwolle gesundheitsschädlich?
Heute hergestellte Mineralwolle gilt bei fachgerechtem Einbau als unbedenklich. Beim Ausbau alter Mineralwolle sind dagegen Schutzmaßnahmen nötig. Das sollte der Fachbetrieb übernehmen, der die Entsorgung gleich mit regelt.
Nimmt Zellulose Feuchtigkeit auf?
Ja, sie kann Feuchte aufnehmen und wieder abgeben. In Holzkonstruktionen ist das ein Vorteil, in zweischaligem Mauerwerk ein Nachteil. Deshalb wird sie dort nicht eingesetzt.
Welcher Dämmstoff schützt am besten vor Sommerhitze?
Holzfaser und andere dichte natürliche Dämmstoffe. co2online nennt einen besseren Schutz gegen sommerliche Hitze als bei konventionellen Stoffen. Das ist vor allem unter dem Dach spürbar.